Was ist ein CMMS? Bedeutung, Funktionen und Vorteile

Jochen Möller
Jochen Möller
15.08.2022

Ein CMMS ist eine Software zur Planung, Steuerung und Dokumentation von Instandhaltungsarbeiten. Unternehmen verwalten damit unter anderem Anlagen, Wartungen, Inspektionen, Reparaturen und Arbeitsaufträge.

Die Abkürzung CMMS steht für Computerized Maintenance Management System. Auf Deutsch wird dafür häufig der Begriff Instandhaltungssoftware oder Instandhaltungsplanungs- und -steuerungssystem verwendet. Ein CMMS bündelt wartungsbezogene Informationen und unterstützt die zuständigen Mitarbeitenden dabei, Aufgaben nachvollziehbar zu organisieren.

Dieser Beitrag erklärt, welche Funktionen zu einem CMMS gehören, welche Vorteile die Software bieten kann und worin sich CMMS, EAM, ERP und CAFM unterscheiden. Wenn Sie bereits eine konkrete Lösung suchen, finden Sie die Funktionen der EcholoN CMMS- und Instandhaltungssoftware.

Was macht ein CMMS?

Ein CMMS bildet wiederkehrende und ungeplante Instandhaltungsarbeiten digital ab. Dazu gehören typischerweise:

  • Anlagen- und Betriebsmitteldaten: Informationen zu Maschinen, Geräten, Standorten und Komponenten erfassen.
  • Wartungsplanung: geplante Aufgaben und wiederkehrende Termine organisieren.
  • Arbeitsaufträge: Arbeiten anlegen, zuweisen, priorisieren, bearbeiten und abschließen.
  • Störungs- und Reparaturdokumentation: Anlass, Maßnahme und Ergebnis festhalten.
  • Historie: nachvollziehen, welche Arbeiten wann an einer Anlage durchgeführt wurden.
  • Material- und Ersatzteilinformationen: benötigte Ressourcen im Zusammenhang mit Instandhaltungsaufgaben berücksichtigen.
  • Auswertungen: dokumentierte Vorgänge nach festgelegten Kennzahlen untersuchen.

 

Der genaue Funktionsumfang unterscheidet sich je nach Software und Einrichtung. Entscheidend ist, dass die Informationen zur Anlage mit dem jeweiligen Auftrag und dessen Bearbeitung zusammengeführt werden können.

EcholoN Blog - Wie verbessert ein CMMS die Prozesse des Instandhaltungsmanagements?

Wie unterstützt ein CMMS den Instandhaltungsprozess?

Ein typischer Ablauf beginnt mit einem geplanten Wartungstermin oder einer gemeldeten Störung. Daraus wird eine Aufgabe oder ein Arbeitsauftrag, der die benötigten Informationen für die Bearbeitung enthält. Nach der Durchführung werden Zeit, Ergebnis und weitere relevante Angaben dokumentiert.

Ein CMMS kann diesen Ablauf in mehreren Schritten unterstützen:

  • 1. Anlage zuordnen

    Der Vorgang wird der betroffenen Maschine, dem Betriebsmittel oder der Komponente zugeordnet.

  • 2. Arbeit planen

    Umfang, Termin, Priorität und Zuständigkeit werden festgelegt.

  • 3. Auftrag bearbeiten

    Mitarbeitende erhalten die für ihre Aufgabe relevanten Informationen und melden den Bearbeitungsstand zurück.

  • 4. Ergebnis dokumentieren

    Durchgeführte Arbeiten und Feststellungen werden an der Anlage nachvollziehbar abgelegt.

  • 5. Verlauf auswerten

    Die dokumentierte Historie kann für Planung und Analyse herangezogen werden.

Wie weit diese Schritte automatisiert werden, hängt von den Prozessen, Rollen und Daten der jeweiligen Organisation ab.

Welche Vorteile kann ein CMMS bieten?

Ein CMMS ersetzt nicht die Instandhaltungsstrategie eines Unternehmens. Es kann aber dabei helfen, Abläufe und Informationen verlässlicher zu organisieren.

Mehr Überblick über Anlagen und Aufträge

Wenn Aufträge, Anlageninformationen und Wartungshistorien systematisch erfasst werden, können Verantwortliche leichter erkennen, welche Arbeiten geplant, offen oder abgeschlossen sind.

Strukturierte Wartungsplanung

Wiederkehrende Wartungsaufgaben lassen sich im Voraus organisieren. Das erleichtert die Vorbereitung von Personal, Zeitfenstern und benötigten Ressourcen. Die konkreten Auslöser richten sich nach dem Instandhaltungskonzept und den verfügbaren Daten.

Nachvollziehbare Dokumentation

Eine digitale Historie unterstützt dabei, frühere Störungen und Maßnahmen nachzuvollziehen. Das ist hilfreich, wenn wiederkehrende Probleme untersucht oder Wartungsentscheidungen begründet werden sollen.

Grundlage für Kennzahlen

Ein CMMS kann Daten für die Auswertung von Instandhaltungsprozessen bereitstellen. Welche Kennzahlen tatsächlich belastbar sind, hängt davon ab, wie vollständig und einheitlich die relevanten Vorgänge dokumentiert werden. Eine Entscheidungshilfe mit Beispielen folgt weiter unten.

Welche Instandhaltungsstrategien kann ein CMMS unterstützen?

Ein CMMS kann verschiedene Arten von Instandhaltungsarbeiten verwalten. Die Software legt nicht selbst fest, welche Strategie fachlich richtig ist; sie unterstützt deren Planung und Dokumentation.

  • Korrektive Instandhaltung: Eine Maßnahme erfolgt, nachdem ein Fehler oder eine Störung festgestellt wurde.
  • Vorbeugende Instandhaltung: Wartungen werden anhand festgelegter Zeitintervalle oder nutzungsbezogener Regeln geplant, bevor ein Ausfall auftritt.
  • Zustandsbasierte Instandhaltung: Messwerte oder Zustandsinformationen fließen in die Entscheidung ein, ob eine Prüfung oder Maßnahme erforderlich ist.
  • Predictive Maintenance: Daten werden analysiert, um wahrscheinliche zukünftige Zustände oder einen möglichen Wartungsbedarf abzuleiten. Dafür braucht es geeignete Daten und eine passende Analyse- beziehungsweise Prognoselogik.

 

Mehr zu vorbeugender Instandhaltung und Predictive Maintenance.

EcholoN Blog - Wie unterscheiden sich EAM, FM und CMMS?

CMMS, EAM, ERP und CAFM: Wo liegen die Unterschiede?


Die Begriffe überschneiden sich teilweise, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Welche Systeme ein Unternehmen benötigt, hängt von seinen Aufgaben, Prozessen und vorhandenen Anwendungen ab.

System Typischer Schwerpunkt
CMMS Planung und Dokumentation von Wartungen, Störungen, Reparaturen und Arbeitsaufträgen
EAM Verwaltung von Anlagen und Vermögenswerten über ihren Lebenszyklus hinweg, von Beschaffung bis Außerbetriebnahme
ERP Übergreifende Unternehmensprozesse wie Finanzen, Einkauf, Personal und Materialwirtschaft; Instandhaltung kann Teil davon sein
CAFM Software zur Unterstützung des Facility Managements, etwa bei Gebäuden, Flächen, technischer Gebäudeausrüstung und Facility-Prozessen

Ein CMMS kann eigenständig eingesetzt oder mit ERP-, EAM- und CAFM-Systemen verbunden werden. Die Abgrenzung und der konkrete Funktionsumfang können je nach Anbieter und Lösung unterschiedlich ausfallen. Auch die Integration hängt von den vorhandenen Daten und Schnittstellen ab.

Facility Management bezeichnet dabei das Aufgabenfeld rund um Gebäude und Einrichtungen; CAFM bezeichnet Software, die entsprechende Facility-Management-Prozesse unterstützt.

CMMS auswählen und Einführung planen

Anforderungen vor dem Softwarevergleich klären

Vor dem Vergleich sollte klar sein, welche Instandhaltungsprobleme gelöst werden sollen und welche Abläufe die Software unterstützen muss. Diese Fragen helfen dabei, Anforderungen zu ordnen:

  • Welche Anlagen, Betriebsmittel und Standorte sollen verwaltet werden?
  • Wie werden geplante Wartungen, Inspektionen und Störungen heute organisiert?
  • Welche Informationen benötigen Mitarbeitende für die Bearbeitung eines Arbeitsauftrags?
  • Welche Rückmeldungen und Dokumente sollen an der Anlagenhistorie verfügbar sein?
  • Welche Daten kommen aus ERP-, Produktions- oder anderen Fachsystemen?
  • Werden mobile Bearbeitung, Offline-Nutzung oder bestimmte Rollen und Freigaben benötigt?
  • Welche Kennzahlen sollen ausgewertet werden und sind die dafür nötigen Daten vorhanden?

 

Bei der Bewertung sollten Unternehmen Standardfunktionen und Anpassungsbedarf unterscheiden. Ein schriftliches Anforderungsprofil macht Angebote vergleichbarer und zeigt, welche Daten, Schnittstellen oder Prozessänderungen vor der Einführung geklärt werden müssen.

Einführung in Etappen planen

Eine CMMS-Einführung betrifft nicht nur die Software. Anlagenstammdaten, Rollen, Arbeitsweisen und die Qualität der bisherigen Dokumentation beeinflussen, wie gut das System im Alltag genutzt werden kann. Ein schrittweises Vorgehen kann folgende Etappen umfassen:

  1. Ziele und Umfang festlegen: Bestimmen, welche Anlagen und Abläufe zuerst aufgenommen werden.
  2. Daten vorbereiten: Anlagenkennzeichnungen, Standorte, Wartungsregeln und verfügbare Historien prüfen.
  3. Arbeitsabläufe definieren: Zuständigkeiten, Freigaben, Rückmeldungen und Abschlusskriterien festlegen.
  4. Schnittstellen bestimmen: Klären, welches System führend für Anlagen-, Material- oder Auftragsdaten ist.
  5. Pilot durchführen: Einen begrenzten Anlagenbereich oder Prozess testen und Rückmeldungen der Mitarbeitenden einarbeiten.
  6. Ergebnisse bewerten: Nutzung, Datenqualität und vereinbarte Kennzahlen überprüfen.

Eine klare Datenverantwortung und die Einbindung der späteren Anwender sind wichtige Voraussetzungen für eine tragfähige Einführung.


Welche Kennzahlen lassen sich mit CMMS-Daten ableiten?

Eine Kennzahl ist nur so aussagekräftig wie die zugrunde liegenden Daten und Definitionen. Die folgende Tabelle zeigt Beispiele dafür, welche Informationen für ausgewählte Instandhaltungskennzahlen benötigt werden. Berechnungsregeln können sich je nach Unternehmen und Anwendungsfall unterscheiden.

Kennzahl Benötigte Daten Wofür sie genutzt wird
PM-Compliance geplante vorbeugende Wartungen, Fälligkeit und dokumentierter Abschluss Anteil der Wartungen, die innerhalb der festgelegten Frist erledigt wurden
MTTR Beginn und Ende der Reparatur beziehungsweise Störungsbehebung; definierte Start- und Endzeitpunkte durchschnittliche Dauer bis zur Behebung einer Störung; die genaue Definition muss festgelegt werden
MTBF dokumentierte Ausfälle und Betriebszeit oder Zeitabstände zwischen Ausfällen durchschnittlicher Zeitraum zwischen Ausfällen
Wartungsrückstand offene Arbeitsaufträge, Fälligkeit, Status und gegebenenfalls Priorität Umfang und Alter der noch nicht erledigten Arbeiten
Wartungskosten je Anlage Arbeitszeit, Material- und Ersatzteilkosten sowie externe Leistungen, einer Anlage zugeordnet Vergleich von Instandhaltungsaufwand zwischen Anlagen oder Zeiträumen

Weitere Kennzahlen wie Anlagenverfügbarkeit, OEE, ungeplante Ausfälle und das Verhältnis geplanter zu ungeplanten Arbeiten benötigen zusätzliche, konsistent erfasste Betriebs- und Produktionsdaten. Einen vertieften Überblick gibt der EcholoN-Beitrag zu Kennzahlen für Wartung und Instandhaltung.

Häufige Fragen zu CMMS

Was bedeutet CMMS?

CMMS steht für Computerized Maintenance Management System. Gemeint ist Software, die Unternehmen bei der Planung, Bearbeitung und Dokumentation von Instandhaltungsarbeiten unterstützt.

Welche Funktionen hat ein CMMS?

Typische Funktionen sind Anlagenverwaltung, Wartungsplanung, Arbeitsauftragsmanagement, Störungs- und Reparaturdokumentation, Anlagenhistorie und Auswertungen. Der konkrete Umfang hängt von der jeweiligen Software und Konfiguration ab.

Ist ein CMMS dasselbe wie ein EAM?

Nein. Ein CMMS konzentriert sich vor allem auf Instandhaltungsarbeiten und Arbeitsaufträge. EAM betrachtet zusätzlich den umfassenderen Lebenszyklus der Anlagen, zum Beispiel Beschaffung, Betrieb und Außerbetriebnahme.

Kann ein CMMS mit einem ERP-System verbunden werden?

Ja, viele CMMS-Lösungen können Daten mit ERP- oder anderen Unternehmenssystemen austauschen. Vorab sollte geklärt werden, welche Anwendung für welche Daten führend ist und welche Schnittstellen zur Verfügung stehen.

Unterstützt ein CMMS Predictive Maintenance?

Ein CMMS kann Zustands- oder Analyseergebnisse in Instandhaltungsprozesse einbeziehen. Für Predictive Maintenance sind geeignete Maschinen- oder Sensordaten und eine passende Prognoselogik erforderlich. Umfang und technische Umsetzung unterscheiden sich je nach Lösung und Anwendungsfall.

EcholoN Blog - CMMS-Software - Wie kann EcholoN hier helfen?

CMMS-Software von EcholoN

EcholoN unterstützt Unternehmen dabei, Wartungen, Inspektionen, Störungen und Arbeitsaufträge mit den zugehörigen Anlageninformationen und Prozessen zu verbinden. Wartungsregeln, Zuständigkeiten, Datenquellen und Rückmeldungen können an den jeweiligen Ablauf angepasst werden.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich Ihre Instandhaltungsprozesse mit EcholoN abbilden lassen, finden Sie auf der Seite zur CMMS- und Instandhaltungssoftware von EcholoN einen Überblick über Einsatz und Funktionen.